Das Weihnachtsdilemma

Wie viel können wir einander schenken, wenn so nahe von uns Menschen leben, die so wenig besitzen? Wie können wir etwas abgeben, so dass nachhaltig Bäuche gefüllt und Lebensumstände verändert werden?

Diese Fragen bewegen uns in der Vorweihnachtszeit besonders.
Mittlerweile tauchen Antworten für mich am Horizont auf. Noch weiß ich nicht genau wie ich damit umgehen soll, aber Gott lehrt mich langsam und somit gründlich.

Hier die ersten Schritte zu einer sehr persönlichen Antwortfindung:

Erstens sollen wir für die Menschen beten, denen wir helfen möchten und unsere Pläne Gott hinlegen. Kürzlich sagte ich Gott im Gebet, dass ich gerne an eine bestimmte Einrichtung Geld geben würde, aber falls er andere Pläne für mich hätte, sollte er mir die richtige Einrichtung oder Person zeigen. In der nächsten Sekunde, tauchte eine Person in meinen Gedanken auf, an die ich nicht gedacht hätte. Mein Vater im Himmel hat mich wieder überrascht. Als ich über die Lebensumstände dieser Person nachdachte, passte es für mich. Nun versuche ich immer daran zu denken, diese Person mit Materiellem zu segnen. Auch wenn ich jetzt nicht sehe, ob es einen großen Unterschied für sie macht, vertraue ich Gott, dass er mich richtig führt.

Zweitens wird das Geben manchmal weh tun. Es könnte ein Betrag sein, den du eigentlich nicht geben wolltest. Aber genau das braucht es, um diese bestimmte Arbeit zu tun, die Gott dir auf dein Herz gelegt hat. Ein Wasserfilter ist teuer aber verhindert Infektionen durch schmutziges Wasser für eine lange Zeit. Es kann ein Einsatz sein, der dir körperlich einiges abverlangt aber vielen Menschen etwas bedeutet.

Drittens werden andere vielleicht nicht mitmachen wollen. Sie werden dein Projekt nicht so wichtig finden wie ihres (oder ihre Freizeit). Und das ist in Ordnung so. Trotzdem wird dein Engagement andere inspirieren. Übrigens habe ich einen neuen Vorsatz (schon im Dezember, haha): Ich möchte meine eigenen Kinder nicht zu sozialen Aktionen verpflichten. Es soll immer ihr eigener Entschluss sein zu geben – oder nicht.

In Nairobi wurde ich im Supermarkt angesprochen, doch meine Rechnung aufzurunden und damit eine Schule zu unterstützen. Als ich zögerte, sagte der Mitarbeiter: „Es ist wirklich ein wichtiges Projekt.“ und schlug vor ein paar Dollar zu geben. Obwohl ich selbst Schulbildung enorm wichtig finde, fühle ich mich überrumpelt und war deshalb nicht bereit zu spenden. Irgendwie fühlte ich mich gedrängt und hatte keine Zeit nachzudenken oder mich über diese Schule zu informieren. Ich möchte auch meinen Kindern die Freiheit geben, selbst zu entscheiden. Mein motivierender Ansatz soll so lauten: „Ich packe heute viele Essenspakete für Familien, die Hunger haben. Wer möchte mitmachen?“ Ich erzähle euch dann, wie es geklappt hat ;).
Aber gleichzeitig möchte ich auch geben, wenn ich überraschend gefragt werde. Was bringen mir die paar zurück gehaltenen Euro wirklich? Für mich ist das nicht leicht, denn ich denke lieber gründlich über meine Ausgaben nach.

Viertens möchte ich mich, im Angesicht der Armut, selbst zurückhalten. Was brauche ich wirklich? Was kann ich leichten Herzens hergeben? Oder verborgen?

Sicher ist: „Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“ 2.Korinther 9,6