Kein Benzin

Als ob die Menschen im Südsudan nicht schon genug Probleme hätten, gab es kürzlich auch kein Benzin mehr. Nur selten kam eine Lieferung. Vor einigen Wochen besuchten meine Mädels und ich unsere neuen Kollegen auf MAFs zweitem Compound „Korok“ (benannt nach der Gegend).

Das Gerumpel auf der ausgewaschenen Sandstrasse geht mir durch und durch aber plötzlich müssen wir stehen bleiben. Die Straße, die zwar so breit ist wie vier Spuren, zwei in jede Richtung, ist großteils blockiert. Eine Spur bleibt uns, dem Gegenverkehr und all den ungeduldigen Motorradfahrern. Auf den anderen Spuren haben sich meterlange Fahrzeugschlangen gebildet. Das Tor der Tankstelle ist noch zu, aber offensichtlich wird heute eine Lieferung erwartet. Beim letzten Mal konnten Autos nur ca. 15 Liter tanken. Ich hoffe, dass sie heute voll tanken können. Von der anderen Richtung hat sich eine Schlange Duktuks gebildet. Es sind kleine, türlose Taxis, die kürzlich aus Khartum hergebracht wurden. Auf die Rückbank können sich drei schlanke Südsudanesen quetschen und einer kann neben dem Fahrer sitzen. Sicher kein schlechtes Geschäft für die Fahrer und die Mitfahrer. Aber auch kein sicheres, auf diesen Strassen und bei diesem Verkehr.
Die Regierung geht hart gegen den Verkauf von Benzin am Straßenrand vor. Nur woher sonst nehmen…?
MAF hat so viel Benzin auf Lager, dass es lange reicht. Wie wäre es, wenn wir unsere Kunden und ihre Fracht nicht zum Flugzeug bringen könnten?
Viele andere sind stark betroffen. Der Verkehr fühlt sich nun an, wie sonst nur Sonntag früh. Die streunenden Hunde machen es sich mitten auf der Straße bequem.

Mittlerweile hat sich die Lage etwas beruhigt und es gibt wieder mehr Benzin, allerdings nicht so viel, wie gebraucht wäre. Betet mit uns für Aufschwung und Gottes Segen und Versorgung in Bereichen, über die wir früher gar nicht nach gedacht haben. Danke!