Rückblick auf ein Jahr Schule zu Hause / One year of homeschooling

An unserem letzten Schultag in diesem Schuljahr fassten wir als Familie das letzte Jahr noch einmal zusammen.
Wir hatten im Juni in Kenia mit dem Schulunterricht begonnen. Die Schulbücher waren wegen ihrer Wichtigkeit im Handgepäck mitgereist und hatten sicher 7 kg in Anspruch genommen. Während wir uns also im neuen Land orientierten und Florian sich hinter die Prüfungsfragen klemmte, begonnen wir gleichzeitig mit einer täglichen Schulroutine.
Nach nur drei Wochen wurde unser Team aus dem Südsudan evakuiert und kam zu uns nach Nairobi. Wir machten Pause und Sommerferien.
Nach 2 ½ Monaten mussten wir übersiedeln und haben in einem Apartment mit dem neuen Schuljahr begonnen, am Esstisch. Als Florian nicht mehr für seine Prüfungen lernen musste, haben wir uns schnell seinen Schreibtisch gekrallt und ihn ins Wohnzimmer gestellt. Natürlich wollten beide Kinder einen haben und wir hatten Glück, die Rezeptionistin konnte noch einen Schreibtisch für uns auftreiben.
Im Februar übersiedelten wir nach Juba. Sofort gestaltete ich einen Raum in unserem Haus zum Schulraum um. Endlich konnten wir mehr Plakate und Lerninhalte an die Wand hängen. Dafür hing die Motivation einer Schülerin durch.
Neu war auch der Besuch unserer kleinen Schule hier, für zwei Stunden, an vier Nachmittagen pro Woche. Und ich hatte auch wieder einen weiteren Job: 5 Stunden unterrichten im Kindergarten und an zwei Nachmittagen. Plötzlich schwirrte mir wieder der Kopf von den Vorbereitungen für meine Kinder, den Kindergarten und die zusätzlichen Fächer am Nachmittag.
Nach unserem Urlaub in Wien, der den Kindern extra lange Osterferien bescherte, ging der Unterricht gleich wieder los. Kleine Belohnungen hoben die Motivation der einen Schülerin, aber Mathematik schien der anderen wie ein unbezwingbarer Berg. Mit Hunderterfeld, Abakus und Matheapp am Ipad bestiegen wir ihn langsam aber sicher.

„Ihr könnt immer noch am Frühstückstisch zusammen sitzen und miteinander Spaß haben.“ ist das Fazit meines Mannes Mitte Juli. Das stimmt. Wir waren sehr herausgefordert. Manchmal am Limit. Aber mit Gottes Hilfe blicken wir auf ein erfolgreiches Schuljahr zurück. Die Kinder haben viel gelernt. Ich auch. Wir haben einander immer noch lieb!
Womit ich wieder bei einem Vers bin, der mich seit Jahren nicht loslässt:

„Die Liebe ist langmütig und freundlich.“ 1. Kor. 13,4

Ich habe für eine Lehrerin hier in Juba gebetet und gleichzeitig alle Schulbücher für das nächste Schuljahr besorgt. Gott hat unsere Gebete erhört und ab Oktober kommt eine Lehrerin zu uns. Ihr Mann ist bei MAF angestellt und sie ist motiviert Vollzeit zu unterrichten. Auch eine weitere Lehrerin/ Administratorin kommt aus dem Heimaturlaub zurück und kann vormittags unterrichten. Unsere kleine Schülergruppe ist eine besondere Herausforderung: ca. 9 Schüler und sechs verschiedene Schulstufen. Die Kinder sind im Alter von vier bis neun.
Wir beten noch für eine ältere Dame, die sich ebenfalls interessiert mitzuhelfen. Obwohl ich alle Schulbücher auf Vorrat gelegt habe, heißt es nicht, dass ich Gott nicht vertraue. Ich weiß, Er wird uns mit allem versorgen was wir brauchen. Was ich allerdings nicht so genau weiß, ist wie sein Plan aussieht. Vielleicht werde ich noch eine größere Rolle bei der Schulbildung der Kinder spielen, vielleicht auch nicht. Sicher möchte ich sie in Deutsch unterrichten. Was alles andere betrifft, muss ich flexibel bleiben und sehen, was meine Kinder brauchen.
Ich wünsche euch allen, schöne Ferien!

On our last school day of this school year, we summed up and reflected on our last year as a family.

In June, we began our school year in Kenya. Because of the chief importance of the kid’s school books, we carried them in our carry-on luggage and used up 7 kilograms for that. While we oriented ourselves to this new country and Florian was stuck studying exam questions, we started to form our daily school routine.
After only 3 weeks, our team was evacuated from South Sudan and joined us in Nairobi. We took a break from school and started our summer vacation.
After 2 ½ months, we needed to move to different housing, and so we began our next school year at the breakfast table in an apartment. When Florian was done studying for his exams, we took his desk and moved it into the living room. Of course, both kids wanted to have their own desk, and fortunately, the receptionist was able to find another desk for us.
In February, we moved to Juba. I quickly turned a room in our house into a school room. Finally we were able to hang up posters and learning aids on the wall! Despite the new classroom, one of my students was lacking motivation.
In Juba, the girls had the opportunity to attend our small school here, for two hours a day four afternoons per week. Here, I also had another job: five teaching hours in kindergarten and on two afternoons each week for students from ages five to nine. Suddenly, my head was spinning again planning lessons for my kids, as well as the kindergarten and additional subjects in the afternoons.
After our vacation in Vienna, which blessed our kids with a really long Easter vacation, our lessons started up again. Small rewards raised the motivation of one of the students, while math seemed like an impossible task for the other student. With hundred-frames, an abacus, and math apps on the iPad, we started to conquer math, slowly but surely.
“You are able to sit at the breakfast table together and have fun with each other”, was the point of view of my husband in mid-July. That’s true. We were really challenged. Sometimes pushed to our limits. But with God’s help, we were able to look back on a successful school year. The kids learned a lot. I did too. And, we still love each other!
I am reminded of a verse that has been on my mind for years:

“Love is patient, love is kind.” 1 Corinthians 13:4a

I prayed for a teacher here in Juba while, at the same time, I planned ahead by bringing all of the school books that we would need for the next school year. God answered our prayers and in October a teacher will be moving here. Her husband is working for MAF and she is ready to teach full time. Also, another teacher/administrator is coming back from her home ministry assignment and will teach in the mornings. Our small group of students is a particular challenge as there are 9 students in 6 different grades! The kids range in age from 4-9 years of age.
We continue to pray for an older lady, who is interested in helping her. Although I made sure to get the necessary school books for the next school year, that doesn’t mean that I don’t trust God. I know He will provide us with everything that we need. What I don’t know is how his plan will look. Maybe I will need to play a bigger role in the kid’s schooling, and maybe not. What I do know is that I want to continue to teach them German. In terms of everything else, I need to stay flexible and see what my kids need.

I wish you all a wonderful summer vacation!