Unsere Gaben einsetzen

Keiner kann es alleine schaffen.
Während sich manche, wie mein Mann, völlig darauf konzentrieren, ein Flugzeug sicher zu steuern, dienen andere Gott mit ihren individuellen Gaben.
Was für ein Segen zu sehen, wie unterschiedlich begabt wir alle sind.
Kürzlich hatten wir Rob, Diane und Marlene, drei Missionare von AIM (African Inland Mission) zum Abendessen eingeladen. Rob und Diane leben mit ihrem Kleinen, Keenan (1), in Nagashot. In diesem bergigen Gebiet hat MAF vor einigen Wochen eine alte Landebahn wieder eröffnet, um sie hin- und herbringen und versorgen zu können. Gerade waren sie in Juba um offizielle Angelegenheiten zu regeln. Sie sind die ersten ihres Teams in Nagashot, die Vorhut sozusagen. Leider sind im Moment keine weiteren Missionare in Sicht, die ebenfalls dort leben möchten. Ihre Arbeit besteht darin, den Einheimischen, vom Stamm der Dinka, Unterstützung bei der Viehzucht und dem Pflanzen von Gemüse und Getreide, zusammen mit der Botschaft von Gottes Liebe, anzubieten. Leider spielt Alkohol eine große (und zerstörerische) Rolle. Wir beten, dass das Evangelium dort Herzen verändern wird.
Marlene lebt in Ohilang, wo sie Lehrer ausbildet. Oft ist ein Lehrer oder eine Lehrerin jemand, der acht Jahre Schulzeit abgeschlossen hat. Sie zeigt gerne kreative Lernmethoden, wie man eigenes Lehrmaterial herstellt (mit einem Stück Papier und Tixo kann man schon eine haltbare Karte basteln) und wie man die individuelle Situation der Schüler beachtet. Zum Beispiel wird das jüngste von fünf Kindern am ersten Schultag schon mehr wissen, als das älteste Kind einer Familie, das wirklich alles zum ersten Mal hört. Individualisierung im kleinen Ort Ohilang. Leider bleiben die meisten nicht, um hier zu unterrichten, sondern nehmen ihre neu gewonnene Qualifizierung und treten besser bezahlte Stellen im Ausland an. Die Arbeit ist noch lange nicht getan.
Marlene versichert mir, dass es egal ist wie viel Zeit man zur Verfügung hat. Jeder kann ein Ermutiger sein. Wie ihre ehemalige Mitbewohnerin. Sie ging täglich in der Früh zur kleinen Dorfklinik, die sie meistens geschlossen vorfand. Kam doch mal ein Mitarbeiter an seinen Arbeitsplatz, freute sie sich, kochte Kaffee für ihn und lobte alles was sie sah. Nach und nach kamen immer mehr Mitarbeiter regelmäßig und taten ihre Arbeit. Heute läuft die Klinik wie am Schnürchen und leistet gute Arbeit. So wurde eine Frau, die selbst keine Medizinerin ist, zur Initiatorin einer Klinik. Das alles in nur 6 Monaten.
Mit der Gabe der Ermutigung.